„Wir sind die Meister unseres Lebens, das wir nicht beherrschen“ lautet eine Sufi-Phrase, die eine passende Einleitung für das Thema „Psychobiologische Entschlüsselung“ zu sein scheint.
Aber was bedeutet psychobiologische Entschlüsselung? Es geht um die Dekodierung der Ursache eines biologischen Konflikts einer Person, der sich durch eine Krankheit oder einen depressiven Zustand manifestiert hat.
Diese Therapie stützt sich auf die Arbeiten von Dr. Hamer und seiner bekannten Eisernen Regel des Krebs oder DHS (Dirk Hamer Syndrom), das er nach seinem Sohn Dirk benannte.
„Ein psychologischer und biologischer Konflikt – schrill, schlagartig, erlebt in Isolation.“
Nach dem Tod seines Sohnes Dirk, der vor seinen Augen tödlich verletzt wurde (er starb nach drei Monaten), bekam Dr. Hamer Hodenkrebs.
Als Oberarzt einer Krebsabteilung in Deutschland wies er genauestens nach, daß die Verbindung zwischen dem Tod seines Sohnes und seinem Krebs keine Utopie war. Er gelangte zu der Überzeugung, daß jeder Konflikt einem bestimmen Gehirnbereich und dieser wiederum einem Organ entspricht.
Allerdings war das nicht ausreichend, da dabei auch das Empfinden der Person während dem erlebten psycho-affektiven Ereignis berücksichtigt werden muß. Denn es gibt so viele unterschiedliche Empfindungen wie es Menschen gibt.
Zum Beispiel: von drei Personen, die der gleichen Situation ausgesetzt sind, wird die Erste das Ereignis als ein Verlustgefühl erleben, und das betroffene Organ könnten die Eierstöcke für eine Frau oder die Hoden für einen Mann sein. Die Zweite Person wird es als ein schwer verdauliches Ereignis erleben, was dem Magen entspricht. Die Dritte wird es als eine Schande erleben, und das betroffene Organ wird die Bauchspeicheldrüse sein. Jede Empfindung verbindet sich direkt mit einem Bereich im Gehirn, welches diese in den Körper überträgt, um eine gefährliche Überhitzung, die ein zu intensiver Stress mit sich bringt und so die Überlebensfunktionen des Gehirns beschädigen könnte, auszuschalten.
Keine Krankheit ist anarchisch, alles wird perfekt vom Gehirn organisiert, um der Person genug Zeit zu geben, einen Weg zur Heilung zu finden. Vor allem kümmert sich das Gehirn um unser individuelles Überleben und nicht um unsere Gefühle, unsere Emotionen. Das Gehirn steuert unseren Körper und bewirkt somit, daß der Mensch die nächste Minute überleben wird. Müssen wir daran denken, zu atmen? Müssen wir an die Verdauung denken? Nein, darum kümmert sich das Gehirn, wie es sich um unser Überleben kümmern wird, wenn wir mit einem intensiven emotionellen Schockerlebnis konfrontiert sind, indem das Hirn den psycho-affektiven Schock in den Körper überträgt. Das nennen wir „Somatisierung“. So kann das Gehirn funktionsbereit bleiben und der Mensch weiterhin überleben.
In Kurzfassung: DHS-Konflikt = 1 Gefühl = 1 Gehirnbereich = 1 Organ
Laut Dr. Hamer sind 100% von unseren Krebserkrankungen mit einem Schockerlebnis verbunden.
Hamer ist ein Fachmann, der die Genauigkeit seiner Forschungen bewiesen hat, nachdem er 98% der Krebsfälle seiner Patienten ohne Chemotherapie, ohne Bestrahlung und ohne Operation geheilt hat. Seine Arbeit wurde von der Ärztekammer anerkannt.
Wie sieht es heute aus?
Seit jeher wurden große Wegbereiter und geniale Pioniere verfolgt und als Ketzer bezeichnet, um ihre Arbeiten nur 50 oder 100 Jahre später als gemeinnützig anzuerkennen, wie beispielsweise Kopernikus, Galilei, Tesla, Steiner … Man muß vorsichtig sein, wenn man es wagt, den alteingesessenen Glauben umzustoßen, der Mensch benötigt eine Verankerung der inneren und äußeren Sicherheit über eine Auflistung von Ideen und Schemata und es ist nie einfach, ein Glaubenssystem in Frage zu stellen. Hamer wurde zu einer zu großen Gefahr für die lukrative Medizinindustrie, als daß sie ihn hätte fortfahren lassen können.
Auf Basis dieser Arbeiten hat Dr. Claude Sabbah weitgehend die Forschungen von Dr. Hamer vorangetrieben. Claude Sabbah hat nämlich mit seiner „Biologie der Lebewesen“ nachgewiesen, daß ein auslösender Konflikt quasi immer ein programmierender Konflikt ist. Das bedeutet, das, was die Krankheit oder die Depression 3, 6 oder 12 Monate früher auslöst, ist nicht unbedingt die Ursache dieser Krankheit. Es sind Kopien des ersten A, wir könnten dieses als A‘, A“ oder A“‘ etc. … bezeichnen. Nachdem er feststellte, daß einige Kranke von Hamer einige Jahre später einen Rückfall erlitten, gelangte Sabbah zu dieser Schlussfolgerung. Man muss das ursprüngliche „A“ finden, um den Konflikt definitiv auszulöschen.
Die Ursache einer Krankheit, einer Depression oder eines Unwohlseins einer Person kann gefunden werden entweder in ihrem Leben und wir sprechen von den Gespeicherten Zellzyklen oder während des Zeitraums von der Konzeption bis zur Geburt und wir bezeichnen es als Sinn-Konzept oder in einer Erinnerung in der Familiengeschichte, deren Entschlüsselung in der Psychogenealogie erfolgt.
Die Biologisch gespeicherten Zellzyklen
Hierbei geht es um die Dekodierung der „gespeicherten Zellzyklen“ oder einfacher gesagt um die Erforschung der Lebensereignisse des Patienten seit seinem ersten Geburtstag bis zum Datum der Sitzung. Wir leben meistens mit sich wiederholenden Schemata wie Scheidung, Verlust der Arbeitsstelle, Schwierigkeiten, eine feste Arbeit zu finden, Krankheiten, schwierige Verhältnisse mit anderen, etc. … Marc Frechet entdeckte, daß ein in der Kindheit mit fünf oder zehn Jahren erlebtes Ereignis fünf oder zehn Jahre später in einer anderen Form wieder erscheinen wird, aber als Ursache den gleichen psycho-affektiven Schock wie beim ersten mal haben wird. Das ist wie ein Jahrestag, der alle fünf oder zehn Jahre „gefeiert“ wird. Es ist ein gespeicherter Zyklus im Gehirn, der sich wiederholt und durch verschiedene Lebensereignisse reaktiviert. Das bedeutet, durch die Bewußtwerdung des emotionalen Schocks, aber auch durch die Befreiung der Emotion, die wie erstarrt in der Person verblieben ist, kann sie sich von dieser Wiederholung befreien.
Das Sinn-Konzept oder die Geburtsprägung
Von der pränatalen Zeit bis zum 1. Geburtstag handelt es sich laut Jean-Philippe Brebion um das Sinn-Konzept oder die Geburtsprägung. Dieser Zeitraum umfasst einige Monate vor der Konzeption bis zum 1. Geburtstag des Kindes. Françoise Dolto erklärte und bewies, daß während dieses Zeitraums das Kind zu 100% alle Emotionen, Wünsche, Projekte, Schocks und Ereignisse seiner Mutter, seien sie glücklich oder unglücklich, als wahr und als die seinen übernimmt. Es hat keine eigene Identität, seine Mutter und es bilden eine Einheit, alles, was seine Mutter erlebt, wird imaginal in ihrem Kind „eingeprägt“ (reales Unterbewußtsein des Kindes und nicht eingebildet), wie eine zumeist unbewusste Erinnerung. Dieser Zeitraum bestimmt für jedes Individuum auf diesem Planeten seine wahre Identität und sein Leben lang wird das Gehirn nicht damit aufhören, zu dieser Identität zurückzukehren.
Wir tragen das Projekt unserer Eltern in uns, ohne uns dessen bewusst zu sein, was oft dazu führt, daß wir Schwierigkeiten haben, unser eigenes Projekt zu realisieren und unsere Träume zu leben!
Ich erinnere mich an ein Mädchen, das von seinen Eltern immer zu schmusen, nach Zärtlichkeiten und Liebesbekundungen verlangte. Mit 21 Jahren und nach Analyse ihrer gespeicherten Zyklen ließ nichts auf einen Anwesenheitsmangel oder eine Achtlosigkeit ihrer Eltern schließen, im Gegenteil war das Mädchen ein verwöhntes Wunschkind, aber sie blieb immer in einem unbefriedigten Verlangen nach dieser Liebe, wenn sie beruhigt werden wollte. Als ich ihre Konzeption und ihr elterliches Leben analysierte, erhielt ich Einblick, daß ihr Vater nach der Konzeption bis zu ihrem 1. Geburtstag nicht anwesend war. Bei ihrer Entbindung erhielt die Mutter wegen eines Kaiserschnitts eine Anästhesie. Wie ein Computer speichert das Gehirn das Programm und daraus folgend schrieb es tatsächlich in den Speicher: „Mama war bewußt nicht anwesend, sie konnte mir nicht helfen, auf die Welt zu kommen, Papa war physisch nicht da, um mich zu empfangen.“
Um zu überleben schuf das Gehirn für dieses junge Mädchen folgende Bedeutung: „Ich muß eine Bindung erschaffen, weil es damals diese Verbindung nicht gab, meine Eltern gaben mir kein Sicherheitsgefühl, als ich auf die Welt kam.“ Sie befand sich in einem Trennungskonflikt.
Das Gehirn übernahm diesen Mangel an Präsenz zu 100% und blieb gefesselt an diese erlebte Abwesenheit, weil wie zuvor erklärt, unsere Identität ein Leben lang dem entspricht, was wir während dem Zeitraum von 21 bis 27 Monate um unsere Geburt herum erleben.
Schließlich folgte aus dem Programm der „Trennung“ eine große Schwierigkeit, sich abzunabeln und das eigene Leben in die Hand zu nehmen. Solange es uns nicht bewusst wird, werden wir unsere psycho-affektiven Schocks bewusst und unbewusst wiederholen. Jung sagte: „Was du nicht bewusst berührst, geschieht dir als Schicksal.“
Die Erinnerung unserer Vorfahren oder die Psychogenealogie
Wir gehören alle zu einer Gruppe, einer Familie, einem Stamm, einer ethnischen Gruppe, einer Kultur, einem wirtschaftlichen und sozialen Umfeld in welches wir empfangen und geboren werden und in dem wir leben. Dieses Umfeld prägt uns energetisch sowie zellulär. Die Geschichte unserer Vorfahren strömt durch uns, sie ist genetisch wie die blauen Augen des Großvaters oder wie die blonden Haare der Großmutter. Es ist uns gegeben, unsere Qualitäten sowie bestimmte Erinnerungen unserer Familie. Das Gleiche gilt auch für Erinnerungen, deren Trauerarbeit im Familienbund nicht geleistet werden konnte. Auf diese Art wird ein psycho-affektiver Schock wie der Verlust eines Kindes, den die Mutter nicht verarbeiten konnte, auf die Nachkommen übertragen. Die Psychogenealogie existiert seit ca. 30 Jahren und wurde heute zu einer Wissenschaft, die mehr und mehr im Therapiebereich Verwendung findet. Anne Ancelin Schützenberger mit ihrem Buch „Oh meine Ahnen!“, Paola Del Castillo oder auch Jodorowsky, um ein paar aufzuzählen, haben sich jeweils auf ihre eigene Weise mit diesem therapeutischen Mittel befasst und haben das Interesse an dieser Vorgehensweise aufgezeigt, um uns ins Bewußtsein zu bringen, daß einige Familien-Erinnerungen oder unsichtbare Familienloyalitäten Verhaltensweisen oder Krankheiten ergaben, die direkt mit einem psychologischen Schockerlebnis verbunden waren. Dies nennen wir die biologische Kaskade, die bis auf die Urgroßeltern zurückgeführt werden kann. Auf diese Weise kann das Gehirn das Überleben des Familienbunds für die nachkommenden Generationen sichern.
Es gab einen Fall einer unfruchtbaren jungen Frau, die mir mitgeteilt hat, daß sie endlich schwanger war. Wir hatten während acht Behandlungen gearbeitet, um ihren Stammbaum oder ihr Genosoziogramm zu dekodieren, um ihre Erinnerung zu enthüllen, die im Bereich des Uterus zu einer Blockade führte.
Wir gingen bis zur 4. Generation zurück und fanden zwei ihrer Urahnen, eine väterlicherseits starb bei der Entbindung und die andere mütterlicherseits verlor ein Kind bei der Geburt. Die tödliche Erinnerung an diese Dramen erlebte meine Patientin wieder. Mit dieser eingeprägten und nicht verarbeiteten Trauer hat das Gehirn den Konzeptionsprozess einfach blockiert, seine Rolle war es, für das Überleben des Familienbunds und darüberhinaus für das des Individuums zu sorgen, daher fand das Gehirn die ideale Lösung, keine Befruchtung zu ermöglichen durch eine Einprägung, die zu aller erst das Überleben des Familienbundes sichert: „Keine Kinder zu machen, weil diese bei der Geburt sterben und sogar die Mutter bei der Entbindung umbringen“. So wurde das Andenken dieser Familie lebendig gehalten durch die Unfruchtbarkeit dieser jungen Frau. An zweiter Stelle steht für das Gehirn das Überleben des Individuums und durch die Blockade der Fruchtbarkeit sorgte es für das Überleben meiner Patientin. Das Gehirn macht keinen Unterschied zwischen der Realität, der Virtualität, der Imagination und der Symbolik, etwas, das 20, 50 oder gar 100 Jahre zurückliegt ist für dieses immer noch real! Wir „reparieren“ unsere Vorfahren mit der Übernahme ihrer Leiden, ohne uns bewußt zu werden, daß wir Ereignisse wiedererleben, deren Bedeutung wir zumeist nicht verstehen.
Daher inkarnieren wir uns in Programme mit denen wir Schwierigkeiten haben, unser eigenes Leben zu leben. Aber macht das Sinn?
Ja, wenn wir uns bemühen, unsere Vision zu erweitern. Meiner Meinung nach geschieht alles was wir erleben, damit wir uns selbst besser entdecken, besser erfahren und in bester Gesundheit leben können. Wir können nicht das heilen, was wir nicht sehen. Wenn wir uns unserer Schemata, unserer Leiden und unserer Emotionen bewußt werden, können wir uns von bewussten und unbewussten Lasten befreien, die uns in einem Überlebenszustand halten.
Wir sind hier um unsere Selbsterkenntnis zu verbessern und glücklich zu sein, indem wir unsere Wünsche und Träume erfüllen. Krankheit, Depression und im Leid wiederholende Ereignisse führen uns zum Weg des Ich-Bewußtseins, um zu realisieren, daß wir die meiste Zeit von Erinnerungen und unbewussten Ängsten „manipuliert“ werden. Wir sollten auch nicht vergessen, daß unser Körper ein wunderbarer Bote ist, der uns unsere psychischen Leiden enthüllt.
Die Heilung ist kein statischer Zustand in unserem Zeitgefühl.
Mir gefällt dieses Bild von Jean Jacques Crèvecœur in seinem Buch „Le Langage de la guérison“ (die Sprache der Heilung): Stellt Euch vor, Ihr seid auf einem Weg beim Radfahren und um das Gleichgewicht zu halten, solltet ihr in die Pedale treten. Solltet ihr aufhören, würdet ihr runterfallen!
Es gilt das Gleiche in unserem Leben, um fit, bei guter Gesundheit sowie in einem emotional psychisch und physisch ausgeglichenen Zustand zu sein, müssen wir uns ständig in Frage stellen, wir müssen uns entwickeln, uns von den Emotionen, unter denen wir leiden, sowie von Stolz und unseren Widerständen befreien, unsere Ernährung so einrichten, daß wir unserem Körper das Beste geben, unsere Entscheidungen respektieren etc.
Immer wenn wir vor einer Schwierigkeit, einer Krankheit stehen, sollten wir uns zuerst die Frage stellen: Was habe ich nicht verstanden, daß ich mich in diesem Zustand befinde? Und nicht: Warum ist das Leben so ungerecht zu mir, warum ist diese Person mir böse? Wir müssen heute damit aufhören, das Opfer zu sein, um vollkommen eigenverantwortlich und frei zu werden.
Nicht zu vergessen, daß wir niemanden überzeugen dürfen, unseren Weg zu gehen, denn es gibt keine Wahrheit, sondern Wahrheiten, die jeder für sich erfahren muß. Also vertrauen wir unserer Urteilsfähigkeit und spüren, was gut für uns ist.
Es gibt nicht nur einen einzigen Weg, es sind Wege und alle führen, wenn wir uns dies wünschen,
zu einem Sein-Bewusstsein mit Herzen.
Auf diese Weise schreiten wir vom Überleben ins Leben.
Marie Chatelard
